Prävention 1/2026

Krisenfestigkeit beginnt am Arbeitsplatz

Eine Person prüft den Feuerlöscher.

Gut vorbereitet für den Notfall: Ist der Brandschutz gut organisiert, rettet das Menschenleben. (Bild: RioPatuca Images/stock.adobe.com)

Wenn Personal fehlt, Prozesse sich ändern oder Extremwetter Betriebe trifft, zeigt sich schnell: Deutschlands Handlungsfähigkeit entsteht im Alltag. Die gesetzliche Unfallversicherung sorgt dafür, dass Arbeit sicher bleibt – und Beschäftigte gesund im Erwerbsleben.

Wenn Systeme unter Druck geraten, zählt das Fundament

Fachkräftemangel, Digitalisierung, Klimakrise – die Belastungsproben für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft nehmen zu. Doch Krisen beginnen selten mit Sirenen. Sie beginnen mit Ausfällen, Überlastung und Störungen im Betrieb. Wenn Arbeitsdruck steigt, Abläufe kurzfristig umgestellt werden oder Beschäftigte fehlen, wird klar: Ein moderner Sozialstaat braucht mehr als Notfallpläne. Er braucht ein krisenfestes Fundament: Strukturen, die Risiken senken, Leben und Gesundheit schützen und Menschen nach einem Schadenfall schnell wieder in Arbeit bringen.

Genau hier setzt die gesetzliche Unfallversicherung an. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen unterstützen Betriebe und Organisationen dabei, Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu verhindern und für eine wirksame Erste Hilfe zu sorgen – und sie sorgen im Ernstfall dafür, dass Rehabilitation und Rückkehr an den Arbeitsplatz gelingen. „Prävention ist kein Extra, sondern die Grundlage dafür, dass Betriebe auch unter Druck sicher funktionieren“, sagt DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Stephan Fasshauer.

Prävention, die im Betrieb ankommt

Arbeitsschutz wirkt, wenn er im Betrieb gelebt wird. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen bringen Prävention dorthin, wo sie zählt: in Werkhallen, Pflegeeinrichtungen, Verwaltungen, auf Baustellen. Mit Beratung, Aufsicht, Regeln und Schulungen, die direkt an den Arbeitsbedingungen ansetzen.

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Eine gelebte Präventionskultur wirkt wie ein Sicherheitsnetz.

Dr. Stephan Fasshauer

Ende des Zitats

Gerade in angespannten Zeiten zahlt sich das aus. „Wenn Personal fehlt, wenn Zeitdruck wächst oder Abläufe kurzfristig geändert werden, steigt das Risiko für psychische Belastung und Unfälle“, erklärt Fasshauer. „Eine gelebte Präventionskultur wirkt dann wie ein Sicherheitsnetz – und verhindert, dass Belastung in Schaden umschlägt.“

Gesund in die Rente – ein Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit

Deutschland kann es sich nicht leisten, Beschäftigungsfähigkeit zu verlieren. Jede vermiedene Erkrankung und jeder verhinderte Unfall entlastet nicht nur den Einzelnen, sondern auch Unternehmen, Versorgungssysteme und Sozialversicherungen.

Ein Vorteil der gesetzlichen Unfallversicherung: Prävention, Rehabilitation und Entschädigung erfolgen „aus einer Hand“. Das ermöglicht schnelle, passgenaue Unterstützung – von der nachhaltigen Vorbeugung und frühen Intervention bis zur Wiedereingliederung. In Zeiten knapper Fachkräfte ist das nicht nur Sozialpolitik, sondern auch Standortpolitik.

Arbeitsschutz-Grundlagen, die im Ernstfall entscheiden

Krisenfestigkeit hat auch eine ganz praktische Seite. Erste Hilfe, Brandschutz und Evakuierung entscheiden im Ernstfall über Minuten – und damit über Menschenleben und Betriebskontinuität. Wo Ersthelfende ausgebildet sind, Meldewege funktionieren und Rettungswege bekannt sind, kann schnell reagiert werden.

Ein wirksamer Brandschutz verhindert, dass kleine Ereignisse zu Großschäden werden. Und wer Evakuierung, Sammelstellen und Alarmierung regelmäßig trainiert, reduziert im Ernstfall Chaos und Panik. Gerade bei Bränden, Stromausfällen, Gefahrstoffereignissen oder Extremwetter zeigt sich: Organisation und Übung sind die Voraussetzung dafür, handlungsfähig zu bleiben.

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Wer Krisenfestigkeit ernst nimmt,
muss Arbeit sicher organisieren.

Dr. Stephan Fasshauer

Ende des Zitats

„Prävention ist ein Stabilitätsfaktor – für Betriebe, Organisationen, Beschäftigte und den Sozialstaat. Wer Krisenfestigkeit ernst nimmt, muss Arbeit sicher organisieren“, so Fasshauer. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen liefern dafür das System und die Strukturen: praxisnah, wirksam und mit dem klaren Ziel, Ausfälle zu vermeiden und Menschen im Erwerbsleben zu halten.

GUT ZU WISSEN

Prävention in Zahlen:

Berufsgenossenschaften und Unfallkassen investierten rund 1,5 Milliarden Euro in Prävention.

~ 2.300 Aufsichtspersonen sind im Auftrag der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen im Einsatz.

~ 2,8 Mio. Menschen wurden 2024 zu Themen der Sicherheit und Gesundheit weitergebildet.

Prävention wirkt:

Die meldepflichtigen Arbeitsunfälle sind seit Jahren rückläufig. Auch Wegeunfälle – also Unfälle, die sich auf dem Weg nach oder von dem Ort einer versicherten Tätigkeit ereignen – stehen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung und sind insgesamt rückläufig.

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