Prävention 1/2026

Krank durch Arbeit? Es gibt Hilfe

Ob auf der Baustelle, im Krankenhaus oder im Freien: Manchmal macht Arbeit krank. Oft geschieht das schleichend, zuweilen zeigen sich Folgen erst nach Jahrzehnten. Die Zahlen der gesetzlichen Unfallversicherung zeigen, welche Krankheiten häufig auftreten und welche Bedeutung Prävention, Rehabilitation und Forschung haben.

Zahlen zeigen Relevanz

Im Jahr 2024 wurde in 90.749 Fällen der Verdacht auf eine Berufskrankheit gemeldet. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber den Vorjahren, der vor allem auf die rückläufigen COVID-19-Fallzahlen zurückzuführen ist. Doch gleichzeitig zeigt die hohe Zahl der Betroffenen die Relevanz des Themas Berufskrankheiten für Arbeitsschutz und Gesundheitspolitik.

Balkendiagramm mit dem Titel „Entwicklung der Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit“ für die Jahre 2015 bis 2024. Dargestellt sind gestapelte Balken: dunkelblau für „Übrige Berufskrankheiten“ und hellblau für „Covid-19-Erkrankungen“. Von 2015 bis 2019 liegen die Gesamtzahlen relativ konstant zwischen etwa 75.000 und 80.000 Fällen (z. B. 76.991 in 2015, 80.132 in 2019). Ab 2020 steigen die Zahlen stark an, vor allem durch Covid-19: 106.491 (2020), 227.730 (2021) und Höchstwert 370.141 (2022). Danach sinken die Gesamtzahlen auf 145.359 (2023) und 90.749 (2024). Der Anteil der übrigen Berufskrankheiten bleibt über die Jahre vergleichsweise stabil, während der starke Anstieg 2020–2022 auf Covid-19-Erkrankungen zurückzuführen ist. Quelle: DGUV.

Häufige Berufskrankheiten

Vielfach treten Erkrankungen auf, die viele zunächst unterschätzen: Lärmschwerhörigkeit, Infektionskrankheiten sowie Hautkrebs durch natürliche UV-Strahlung und Hauterkrankungen.

Ringdiagramm mit dem Titel „Häufigste Berufskrankheiten“. In der Mitte steht die Gesamtzahl von 26.821 anerkannten Berufskrankheiten. Das Diagramm zeigt die prozentuale Verteilung nach Krankheitsgruppen: Lärmschwerhörigkeit ist mit 33 % der größte Anteil, gefolgt von Infektionskrankheiten mit 24 % (darunter 5.779 COVID-19-Erkrankungen). Weitere Anteile sind Hautkrebs durch natürliche UV-Strahlung mit 14 %, Hautkrankheiten mit 8 % und Asbestose mit 4 %. Übrige Berufskrankheiten machen zusammen 17 % aus. Quelle: DGUV.

Für Politik und Sozialversicherung sind diese Zahlen von zentraler Bedeutung: Berufskrankheiten beeinflussen Arbeitsfähigkeit, Lebensqualität und Gesundheitskosten.

Infografik mit zwei Kernaussagen zur gesetzlichen Unfallversicherung. Links steht: „Berufsgenossenschaften und Unfallkassen wenden für Rehabilitation und Rente jährlich rund 1,9 Mrd. Euro auf.“ Rechts steht: „Rund 250.000 Menschen befinden sich im Laufe eines Jahres im Leistungsbezug aufgrund einer Berufskrankheit.“ Die Zahlen „1,9 Mrd. Euro“ und „250.000 Menschen“ sind farblich hervorgehoben. Ergänzend sind einfache Piktogramme (u. a. eine schützende Hand mit Herz sowie ein Personensymbol) dargestellt.

Berufskrankheiten wirksam verhindern

Die gesetzliche Unfallversicherung kümmert sich nicht nur um Rehabilitation und Entschädigung nach dem Eintritt einer Berufskrankheit, sondern fördert vor allem die Prävention – angefangen bei Gefährdungsbeurteilungen über Schutzkonzepte im Betrieb bis hin zu arbeitsmedizinischer Vorsorge.

Damit Berufskrankheiten verhindert werden, bevor sie entstehen, braucht es aber auch einen Blick auf die Ursachen. Deswegen ist Forschung eine wichtige Aufgabe der gesetzlichen Unfallversicherung. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse dienen der Fortentwicklung des Berufskrankheitenrechts. Gleichzeitig helfen die Ergebnisse, neue Risiken zu erkennen, Prävention zu verbessern und Erkrankungen besser zu behandeln oder ganz zu verhindern.

GUT ZU WISSEN

Illustration zwei Personen in weißen Arbeitskitteln, Schutzbrillen; Kladden in der Hand; hinter ihnen sind Diagramme abgebildet
2024 wurden durch die DGUV 131 Forschungsprojekte durchgeführt oder gefördert, mit Gesamtaufwendungen von rund 101 Millionen Euro.

Welche Forschungsprojekte gefördert wurden, lesen Sie im Forschungsbericht zu Berufskrankheiten 2024 der DGUV.

Zum Forschungsbericht Berufskrankheiten 2024

 

Erklär-Video: "Was ist eine BK? Von der Verdachtsanzeige bis zur Anerkennung"

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