abgeschlossen 12/2025
Dieses Projekt untersuchte mittels der ersten bis dritten Befragungswelle der lidA-Studie, wie sich die Motivation, erwerbstätig zu sein, bei älteren Beschäftigten im Gesundheitsdienst darstellt. Ebenfalls wurde im Rahmen des Projektes ein fokussiertes und sektorspezifisches Ergänzungsmodul zur Covid-19-Pandemie für Beschäftige im Gesundheitsdienst entwickelt, das in die vierte Befragungswelle der lidA-Studie integriert wurde. Ziel dieses anschließenden Projektes "Erwerbsteilhabe und die Arbeit während der Covid-19-Pandemie im Gesundheitsdienst – eine Untersuchung mit der repräsentativen lidA-Kohortenstudie" ist die Erweiterung und Vertiefung des vorangegangenen Projektes und umfasst die wissenschaftliche Untersuchung der Fragen:
Die seit 2009 laufende lidA-Studie (www.lida-studie.de) ist eine von weltweit etwa zehn repräsentativen Kohortenstudien mit Fokus auf "Arbeit, Alter, Gesundheit und Erwerbsteilhabe".
In lidA werden verschiedene Indikatoren zu Arbeit, Gesundheit und Erwerbsteilhabe sowie zu privaten und sozialen Rahmenbedingungen erhoben. Aufgrund ihres kohort-sequenziellen Designs, ihrer großen Zahl der Teilnehmenden und hohen Repräsentativität erlaubt lidA die differenzierte Untersuchung von Langzeiteffekten der Arbeit auf Gesundheit und Erwerbsteilhabe in einer älter werdenden Erwerbsbevölkerung. Hierzu wurden sozialversichert Beschäftigte der deutschen Babyboomer-Kohorten, nämlich der Jahrgänge 1959 und 1965 (N(2011) = 6.585, N(2014) = 4.244, N(2018) = 3.586), N(2022/23) = 8.884), in 3- bis 4-Jahres-Abständen zu Hause persönlich befragt. Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurden sowohl Quer- als auch Längsschnittanalysen durchgeführt.
Zur Identifizierung der Beschäftigten im Gesundheitsdienst wurde die Klassifikation der Berufe (KldB 2010, 3-Steller) genutzt. Da die Berufe im Gesundheitsdienst vielfältige Tätigkeiten abdecken, wurden für detaillierte Analysen fünf Berufsgruppen aus dem Gesundheitsdienst genauer in den Blick genommen und miteinander verglichen. Aus Gründen des Datenschutzes sollten die untersuchten Berufsgruppen im Querschnitt der 4. Erhebungswelle mindestens 80 Teilnehmende umfassen. Folgende fünf Berufsgruppen konnten in die Analysen einbezogen werden: Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege, Heilerziehungs- und Familienpflege, Arzt- und Praxishilfe und medizinisches Labor und Pharmazie
Thema A: Beschäftigte in Pflegeberufen fallen auf, denn sie möchten weniger lange arbeiten als Beschäftigte gleichen Alters allgemein und in anderen sozialen Berufsgruppen. Dabei scheinen die Beschäftigten das Alter, bis zu dem sie arbeiten möchten, mit der Zeit anzupassen. Im Mittel möchten die Beschäftigten mit zunehmendem Alter länger arbeiten als zuvor. Besonders Beschäftigte in der Altenpflege ändern ihre Einschätzung, wie lange sie noch arbeiten möchten, mit der Zeit deutlich. Ein großer Anteil der Altenpflegenden möchte länger und ein ebenso großer Anteil weniger lange arbeiten als vor vier Jahren. Hier ist allerdings zu beachten, dass Beschäftigte in der Altenpflege im Mittel länger planen zu arbeiten, als sie im Mittel angeben, dies zu können (Hasselhorn & Borchart, 2025). Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Weiterarbeit nicht freiwillig erfolgt, sondern d. h., dass dies die Folge finanzieller Notwendigkeiten in dieser Gruppe ist – trotz aller gesundheitlicher Einschränkungen, die sie berichtet (Hasselhorn & Rohrbacher, 2025).
Thema B: Die Beschäftigten im Gesundheitsdienst waren in besonderem Maße von der Covid-19-Pandemie betroffen. Sie berichteten von stark erhöhtem Stress, vermindertem Wohlbefinden sowie abnehmender psychischer Gesundheit und Arbeitsfähigkeit in Zeit der Pandemie.
Thema C: Bei den Analysen wurde das "Präventionsdilemma" im Arbeitsschutz sichtbar. Das heißt, dass diejenigen, die – gemessen an der Exposition – eigentlich am meisten Unterstützungsmaßnahmen benötigen, am wenigsten davon erhalten, dass sie von ihnen am wenigsten häufig als hilfreich eingeschätzt werden und dass sie sich auch am wenigsten weitere Maßnahmen wünschen.
-branchenübergreifend-
Gefährdungsart(en):-Verschiedenes-
Schlagworte:Arbeitsplatzgestaltung, Belastung, Gesundheitsförderung
Weitere Schlagworte zum Projekt:Covid-19, Erwerbsteilhabe