geplant
Mitnahmestapler sind am Heck des Trägerfahrzeugs befestigte Flurförderzeuge, die den Lastkraftwagen direkt zu seinem Einsatzort begleiten und somit für mehr Flexibilität bei den Be- und Entladevorgängen sorgen. Die Mitnahmestapler werden für ihren Einsatz vom Transportfahrzeug abgekoppelt und können selbst, je nach Ausführung auf unwegsamen Geländen die zu verladende Ware aufnehmen und zum Transportfahrzeug befördern. Das Logistikunternehmen muss nun nicht mehr auf die örtlichen Verladefahrzeuge am Zielort zugreifen und ist vor allem terminlich ungebunden. Der Mitnahmestapler wird von der fahrzeugführenden Person des Lkw bedient, was dazu führt, dass neben der vorhandenen Vibration bei der Fahrt des Lkw noch eine zusätzliche Schwingungsexposition bei den Be- und Entladevorgängen auf einem ungefederten Mitnahmestapler auf zumeist unebenem Untergrund einwirkt. Eine Unterstützung im Verladeprozess durch eine Person am Zielort hätte zur Folge, dass die täglichen Vibrationseinwirkungen reduziert werden. Termindruck und maximale Flexibilität der Speditionen fordern jedoch zumeist einen Be- und Entladevorgang durch die fahrzeugführende Person des Lkw.
Angestoßen durch einen Messauftrag der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) wurden durch das Referat Vibration Schwingungsmessungen durchgeführt. Die Auswertungen machen deutlich, dass aufgrund der permanenten Schwingungseinwirkung über die vollständige Arbeitsschicht der Auslösewert nach Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung überschritten wird. Diese Ergebnisse wurden im Themenfeld Vibration des Sachgebiet Fertigungsgestaltung, Akustik, Lärm und Vibrationen (SG FALV) diskutiert und haben dafür gesorgt, dass die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) ebenfalls einen großen Bedarf in der Expositionsermittlung sieht und messtechnisch unterstützen wird.
Ziel dieses Projektes ist es, die Schwingbeschleunigungen bei der Fahrt von Mitnahmestaplern messtechnisch zu erfassen und den kombinierten Arbeitsplatz des Fahrpersonals im Gesamten hinsichtlich seiner Schwingungsbelastung zu beurteilen.
Im Rahmen des Projektes werden Schwingungsmessungen auf Mitnahmestaplern in diversen Branchen durchgeführt. Geplant ist, ca. 30 Mitnahmestapler in verschiedenen Einsatzbranchen bis zum Sommer 2026 hinsichtlich ihrer Vibrationsexposition normgerecht zu erfassen. Diese Schwingungsmessungen werden durch das Messpersonal des Referats Vibration des IFA, der BGN und der BGHW bei typischen Arbeitsspielen auf Mitnahmestaplern durchgeführt. Besonderes Augenmerk wird auf die schwingungsrelevanten Einflussfaktoren gelegt, da eine Einteilung nach Branchen, in denen die Fahrzeuge tätig sind, erfahrungsgemäß wenig zielführend ist. Vielmehr wird eine Klassifizierung der eingesetzten Fahrzeuge nach ihrer Bauart und nach dem zu überfahrenden Untergrund geschehen müssen, da diese Faktoren in einem direkten Zusammenhang zu den Vibrationsexpositionen stehen. Die Ergebnisse der Messungen werden in einem IFA Report und der GefVA-WebApp veröffentlicht und bieten Betrieben, Schulungsstätten und den Unfallversicherungsträgern die Möglichkeit, bei der Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung und durch gezielte Präventionsmaßnahmen zu unterstützen.
Verkehr
Gefährdungsart(en):Lärm/Vibrationen
Schlagworte:Vibration
Weitere Schlagworte zum Projekt:Mitnahmestapler, Vibrationsexposition, Prävention, Lendenwirbelsäule